Die Alexander-Technik auf körperlicher Ebene angewendet

Im klassischen Sinne bewegt sich die Alexander-Technik auf der körperlichen Ebene. Mittels Innehalten und Richtungsdenken schafft sie Bewusstheit in unseren körperlichen Gebrauch. Jedoch urteilt sie in keinster Weise über einen guten oder schlechten Gebrauch, sondern sie geht davon aus, dass der "richtige" Gebrauch da ist und durch einen "falschen" Gebrauch gestört wird. Dies bedeutet, wenn das "Falsche" gestoppt wird, das "Richtige" von alleine passiert.

Auf der körperlichen Ebene lösen sich dadurch Verspannungen und der Körper findet in seine natürliche Spannung zurück.

Für viele Menschen ist dieser Weg der Alexander-Technik zugänglich und sie können viele Verbesserungen und Erfolge auf körperlicher Ebene erleben. Körperliche Beschwerden verschwinden, Bewegungen werden leichter. Oftmals wird die Alexander-Technik im Zusammenhang mit einer Tätigkeit angewendet. Zum Beispiel von Schauspielern, Musikern oder Reitern. Stellen sich Verbesserungen ein, sind die Menschen manchmal damit zufrieden und die Anwendung der Alexander-Technik bleibt auf dieser Ebene "stecken".

In Wahrheit jedoch geht die Alexander-Technik weit über diese körperliche Ebene hinaus. Denn hinter der körperlichen Haltung steht unser Gemütszustand und damit die Beziehung zu uns selbst, welche in Wirklichkeit für unsere körperliche Ausrichtung verantwortlich ist.

Durch meine eigene Geschichte und Erfahrungen mit verschiedenen Menschen habe ich erkannt, dass dieser Weg über die körperliche Ebene manchmal nicht zugänglich ist.

Körperliche Berührungen und zuviel Nähe können bereits einen Schutzmechanismus loslösen, der keine Öffnung äusseren Reizen gegenüber mehr zulässt. Es ist als ob das "Fass" bereits voll wäre und alles weitere dieses zum überlaufen bringen würde.

Die Alexander-Technik auf der Beziehungs-Ebene angewendet

Über den Weg, den ich selbst gegangen bin habe ich erkannt, dass der Ansatz auch auf der Beziehungsebene stattfinden kann. Dabei geht es vorrangig um die Beziehung nach Aussen, zu unserer Umwelt. Zu den Menschen, denen wir begegnen, mit denen wir zu tun haben, mit denen wir eine Beziehung haben. Dabei geht es nicht nur um die Beziehungen zu erwachsenen Menschen , sondern genauso zu unseren Kindern und unseren Tieren.

Wenn die Beziehungen durch "Beziehungsmuster" belastet sind, stehen sie, je nach Tragweite als Störung über der körperlichen Ebene und müssen zuerst angeschaut werden. Ansonsten kann die Alexander-Technik auf der körperlichen Ebene nicht in dem Ausmass greifen, wie sie es könnte.

Das "Hauptproblem", wenn die Beziehungsebene durch Beziehungsmuster besetzt ist, ist dass der Mensch nicht DA ist. Alle Beziehungsmuster kommen aus der Vergangenheit. Erleben wir uns in der gegenwärtigen Situation im Stress und haben ungute Gefühle, haben diese mit dem Jetzt nichts zu tun, obwohl wir sie gerade erleben.

Durch mehr Bewusstheit bekommen wir zur gegenwärtigen Situation mehr Abstand und können sie differenzierter Betrachten. Dadurch öffnet sich, wie auch auf der körperlichen Ebene, die Möglichkeit innezuhalten und ungewolltes zu stoppen.

Auf der Beziehungsebene empfinde ich es als schwieriger, über das was ist nicht zu urteilen. Solange wir aber urteilen, lassen wir nicht los und es können sich keine neuen Möglichkeiten öffnen.