Die Alexander-Technik in meinem Leben.
2002 habe ich die Alexander-Technik kennen gelernt. Bei diesem ersten „Treffen“ hat mich etwas berührt, was mich innerlich erweckt und bewegt hat.
Von diesem Moment an, wusste ich, diesen Weg werde ich gehen.
Dieses Wissen entsprang aber nicht aus meinem Verstand, eher aus meinem Körper. Heute ist mir bewusst, dass der Körper ein eigenes Wissen, ein eigenes Leben hat und dass ich mich genauso vom Körperwissen führen lassen kann, wie vom Verstand oder vom Gefühl.
Ich bin sehr köperorientiert, das heisst, meine Wahrnehmung ist auf dieser Ebene geschult und geöffnet. Treten Impulse an mich heran, nehme ich diese am deutlichsten über meinen Körper wahr. So ergeht es mir auch im unterrichten oder in der Arbeit mit den Pferden. Und je mehr mir dies gelingt, umso mehr befinde ich mich tatsächlich in der Situation, in der ich mich befinde. Das fühlt sich sehr angenehm an, da der Moment, losgelöst von festen Strukturen, gelebt werden darf und kann.

Erst durch die Alexander-Technik wurde mir bewusst, wie sehr mein Verstand und damit verbunden meine Gefühle, mich durch mein Leben geführt haben. Mein Körper ist dem gefolgt, er hatte keine Wahl, schliesslich ist ja alles verbunden und reagiert aufeinander. Nur wie in einer Freundschaft auch, wenn immer nur einer sagt, wo’s langgeht, entsteht etwas einseitiges, was in einer Form auch zu einer Enge werden kann. So geschah es mit meinem Körper und er wurde ganz eng.
In diesem ersten Alexander-Kontakt wurde mein Körper direkt angesprochen, am Leben teil zu nehmen und nicht nur das, sondern auch zu erkennen, dass es ohne ihn nicht lebendig ist.
Irgendwie empfinde ich die Alexander-Arbeit als sehr banal, denn sie befasst sich „nur“ mit dem Loslassen. Da sich dieses Loslassen, nicht auf eine Form von Entspannung bezieht, sondern auf das Loslassen angelegter und festgehaltener Mustern (gedankliche, emotionale und körperliche Muster) ist die Arbeit alles andere als banal, sondern sehr anspruchsvoll und anstrengend. Und ein Prozess des Lebens.
Gleichzeitig bringt dieses Loslassen so viel mit sich, dass der Weg immer klarer wird. Die Gedanken werden reiner, die Gefühle freier und der Körper lebendiger.
Der damit verbundene Genuss ist unbeschreiblich schön und gerade bei den Pferden, wird diese Freiheit, in den Bewegungen und im freien Atmen wunderbar sichtbar.
Für mich hat sich alles um 180 Grad gedreht und am deutlichsten nehme ich dies mit meinen Pferden wahr.
Früher habe ich gedacht, dass die Pferde mich brauchen. Heute weiss ich, dass ich die Pferde brauche.
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