geschrieben, aus meinem Leben

Bedürfnisse
Ich ging durch Strassen, Felder, Wiesen und durch die ganze Welt. Durch die Welt, die meine war, die Welt, die ich kreierte.
Bis ich die Dunkelheit bemerkte. Da schaute ich genauer hin. Was ich sah erschreckte und erfreute, machte traurig, machte froh. Es war alles und so vieles.
Hatte ich sie so gemacht? Wer war es, der mich führte?
So bin ich ihnen heut begegnet und erkannte sie sofort. Sie brauchten sich nicht vorzustellen und ich sagte „Guten Tag“. Sie sagten nichts, standen so da. Ich konnte sehen, fühlen - sie waren überall.
So lebendig und berührend, so fordernd und einschränkend. So bestimmend und auch klärend, damit das Leben rosig wird.
Ich gehorchte und war willig, bis zum Tag wo ich erkannte, dass sie gar nicht wirklich waren, sondern nur die Illusion. So liess ich sie dann sterben und auch dieser Tod tut weh.
Doch wenn die Schwelle ist betreten kommt das Licht, das uns umhüllt. Ich würd es Freiheit nennen und sie trägt uns im Moment. Was war kann ruhend uns begleiten, ohne zu verwirren. Denn alles kommt von neuem, auch der einzelne Moment, doch kann ich ihn nicht sehen, wenn die Dunkelheit mich hemmt.
So trete ich hervor, ins Rampenlicht der Welt. Bin mutig und mich selbst, aus tiefstem Herz heraus.
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Die Frau, die sich bemühte
Es war einmal eine Frau, an einem ganz gewöhnlichen Tag. Sie ging entlang eines ganz gewöhnlichen Weges. Vielleicht etwas ungewöhnlich war die Ruhe, die Muse, das in sich versunken sein. Sie liess sich treiben, gab sich der Bewegung, den Gedanken und ihren Gefühlen hin. Es entstand der Raum, die Möglichkeit, dass etwas passieren konnte. Es war genau die Stille, welche vonnöten ist, um auch die leisen Töne zu hören. Und so geschah es auch. Wie aus dem Nichts, von weit her und doch aus nächster Nähe kam der erste Ton. Es war der erste Ton einer Trauer. Der Ton wurde lauter, das Gefühl wurde deutlicher. Es war das Gefühl grosser Traurigkeit, es folgten die Tränen.
Es war der richtige Zeitpunkt, alles war bereit. Die Frau konnte, durfte und erlaubte, sich, diese Traurigkeit zu leben. Durch dieses leben lassen konnte sie erleben, dass diese Traurigkeit eine Gestalt bekam. Diese Gestalt wurde von Moment zu Moment klarer, Konturen entstanden und schlossen sich zu einem Ganzen.
Es war der Moment wo die Frau erkannte, dass sie sich das ganze Leben lang bemüht hatte. Sie hat sich bemüht freundlich zu sein, sie hat sich bemüht alles richtig zu machen, sie hat sich bemüht für alle da zu sein, sie hat sich bemüht, um geliebt zu werden, sie hat sich bemüht, um anerkannt zu werden, sie hat sich um Glück, Zufriedenheit, Lebensfreude, Heiterkeit, sich hat sich einfach um alles bemüht.
Und genau in diesem Moment erfasste sie, dass alle Bemühungen umsonst waren….
Dies war die Gestalt der Traurigkeit. Und sie erlaubte sich traurig zu sein. Sie fühlte kein Mitleid, keine Wut, keine Vorwürfe, sie war einfach nur traurig. Traurig über sich selbst, traurig über das Leben, traurig über die Illusionen, welche sich in diesem Moment anfingen ins Nichts aufzulösen.
Genau in diesem Augenblick erschien ein Licht. Ein kleiner Schein. Und auch dieser Schein bekam von Moment zu Moment eine Gestalt und mit der Kontur dieser Gestalt erkannte die Frau die Befreiung, welche das Loslassen der Bemühungen mit sich brachte. Sie erlebte tief in ihrem Herzen, zum ersten Mal bewusst, dass sie sich gar nicht bemühen muss!! Was für eine Freude, was für eine Heiterkeit, Leichtigkeit. Auf einmal war alles genau richtig und sie fühlte sich geliebt und sie fühlte sich anerkannt.
Für diesen Augenblick erfasste sie ihr Leben.
Und wie ging es weiter? Natürlich wie immer. Sie bemühte sich wieder und wieder und wieder. Trotzdem hatte sich durch diesen einen Augenblick ihr Leben verändert. Denn sie fing an ihr Bemühen zu erkennen. Sie begann sich selbst im bemühen zu erleben und konnte sich dadurch immer wieder davon verabschieden. Und mit jedem Mal erlebte sie diesen einen Augeblick von neuem – ihr gelebtes Leben.
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Der Atem
Du mein lieber Mensch,
von mir zu dir,
schon lange hab ich was zu sagen,
nun will ich es auch wagen
Ich glaub, du weißt dass es mich gibt
Ich da bin, in dir drin
Und in jedem Augenblick,
ich verrichte meine Arbeit strickt
Ich weiss, was zu tun ich habe,
denn schliesslich ist es meine Gabe
Ich atme ein, ich atme aus
Denn sonst, ich weiss - ist es aus
Dann war’s das mit dem Erdenleben
Nun wollt ich sagen Dir
Denn nur zusammen sind wir hier
Dass ich es finde sonderbar
Denn mir gefällt’s hier wunderbar
Dass du so oft mich drückst
Zum Beispiel wenn Du dich bückst
Das kann ich nicht verstehen,
denn ich bin kein Hahn zum drehen
Warum ich darf mal fliessen frei
Und plötzlich eins, zwei, drei
Hälst Du mich ganz fest
Wahrscheinlich weil Du bist gestresst?
Dann ist es für mich gar nicht schön
Ein bisschen wie sterben
Zumindest fühl ich mich in Scherben
Die zersprungen sind entzwei
Was sich anfühlt, als wär’s vorbei
Doch die Kraft der Gabe, die ich habe
Macht mich stark und hält mich frei
Drum bleib ich, wie ein Knecht dabei
Immer, ständig und auch dauernd
Auch wenn ich bin ganz kauernd
Geh ich weiter ein und aus
die Freude mit dir zu leben
Lässt mich auch vergeben
So wünsch ich mir von Dir
Zu mir
Es ist nicht allerlei
Nur, dass Du lässt mich Frei
Gut werde ich für uns Sorgen
Den ganzen Tag und auch bis morgen
Du kannst mir glauben, drauf bauen
und auch vertrauen
Probieren brauchst Du’s bloss
Und drum – lass los!
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Verabredung mit einem Pferd
Wenn ich zum Pferd gehe, ist es für mich als ob ich zu einer Verabredung gehen würde. Natürlich habe ich das Pferd vorher nicht angerufen, um mich mit ihm zu verabreden :--)) (lustige Idee) Aber es ist ein bisschen wie ein spontaner Besuch bei einem Freund oder einer Freundin.
Ich bin also auf dem Weg zu meinem Pferd, zu einem Freund. Da ich ja nicht weiss, wie es meinem Freund heute geht, was er die Tage so erlebt hat, habe ich auch noch gar keine Pläne, in Bezug auf unser Treffen. Zuerst will ich doch mal schauen, wie es meinem Freund geht und was er gerade macht. Schliesslich treffe ich ja ziemlich unverhofft ein. Nicht alle Freunde mögen es, wenn man unangemeldet kommt und brauchen zuerst mal ein paar Momente, um sich an den unerwarteten Besuch zu gewöhnen.
So bin ich also auf dem Weg zu meinem Pferd und dabei auch etwas aufgeregt. Die Vorfreude ist gross. Wie es ihm wohl geht, wenn er mich sieht? Freut er sich darüber? Oder muss er das erst mal verdauen? Werde ich darüber enttäuscht sein? Oder kann ich da mitfühlen und ihm Zeit lassen? Was will ich denn eigentlich bei diesem Freund?
Ich wollte einfach mal vorbeigehen, mit ihm zusammen sein und vielleicht unternehmen wir auch etwas.
Ich komme also an. Er steht mit seinen Wohngenossen auf der Weide. Ich rufe schon von weitem, er hebt den Kopf und schaut mir entgegen. Ob er mich wohl erkennt? Was er jetzt denkt? Er frisst weiter. Ich besuche ihn auf der Koppel, sage ihm hallo, er sagt nichts. Ich habe schon eine Einladungskarte für eine Unternehmung dabei – das Halfter. Er scheint interessiert, steigt drauf ein oder besser hinein. Auf dem Weg überlegt er es sich dann doch noch einmal oder war ich einfach zu schnell? Ich muss ihn etwas überreden. Der Dialog hat begonnen.
Angekommen erzähle ich ihm wie es mir so geht, was ich so mache und muntere ihn auf, dieses und jenes auszuprobieren. Wie das wohl für ihn ist? Es scheint ihm zu gefallen, er fängt an darauf zu reagieren. Der Dialog vertieft sich, so wie es oft passiert, wenn man sich mit einem Freund unterhält. Das eine Wort gibt ein Nächstes, es entsteht Austausch. Die Worte gehen in das Gefühl über, wir verstehen uns immer mehr, immer tiefer. Die Wahrnehmung öffnet sich, ich kann mehr zulassen als ich es im Alltag kann, es kann etwas jenseits des Gewohnten geschehen. Und da passiert es, wir begegnen uns, unsere Seelen begegnen sich. Jetzt haben wir nichts mehr zu sagen. Der Dialog der Seelen ist wortlos. Der Dialog hat zu einem intensiven Zusammentreffen geführt, jeder konnte sich sein, sich öffnen und geschehenlassen, wie es mit guten Freunden eben möglich ist. Und dann kommt manchmal ein Moment, da gibt es einfach nichts mehr zu sagen, eine unbeschreibliche Nähe tritt ein, die alles beinhaltet, alles möglich macht und es wird still und doch so lebendig. Und dann sagen wir uns, was wir uns zu sagen haben, es ist ehrlich und rein.
Dann sind wir einfach wieder Freunde. Wir bereden noch ein paar alltägliche Angelegenheiten, dann mache ich mich auf den Heimweg und mein Pferd, mein Freund, geht zurück zu seinen Wohngenossen.
Das Treffen wirkt nach. Ich fühle mich erfüllt. Ich fühle noch die Intensität. Ich fühle mich auch etwas erschöpft, dabei sehr glücklich. Und ich fühle mich so wach, alles ist da, ich bin da. Es war wieder einmal ein sehr schönes Treffen.
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